3. PornfilmfestivalBerlin 22.-26.10.2008

Pressemitteilung vom 20.10.2008

Posted in film programme, Info, pressemitteilung by jochenbwerner on October 20, 2008

3. PornfilmfestivalBerlin 2008

22.-26.10 2008

in den Kinos Moviemento, Eiszeit & Xenon

SplatterPornSpecial – Über Schnitt-Stellen von Splatter und Pornografie

Zeigen, offenlegen, fragmentieren – die Ästhetiken des Splatterfilms und der Pornografie haben mehr gemeinsam, als der oberflächliche Blick zu offenbaren vermag. Während in den USA bereits seit den späten 80er Jahren feministische Filmwissenschaftlerinnen wie Linda Williams oder Carol J. Clover die strukturellen Ähnlichkeiten dieser beiden body genres (Williams) erforschen, erscheinen derlei Gedankengänge hierzulande noch immer oftmals als Fremdkörper in den festgefahrenen Strukturen von Filmwissenschaft und Filmjournalismus. Mit Katharina Klewinghaus’ »Science Of Horror – If The Chainsaw Was A Penis« macht sich nun ein aktueller, in Anwesenheit der Filmemacherin gezeigter Dokumentarfilm daran, mittels zahlreicher, durch Filmausschnitte ergänzter Interviews mit FilmemacherInnen wie AkademikerInnen auf so informative wie unterhaltsame Art und Weise Theorie und Praxis aufeinander treffen zu lassen. Grund genug für uns, in einem Themenschwerpunkt tiefer in die Abgründe der beiden noch immer verfemten Genres abzutauchen – und dort so manche verschüttete Perle zwischen Exploitation, Trash und Avantgarde zu entdecken…

Als unverzichtbarer Leitfaden durch das Special und die wilde Welt des Horrorpornos bietet sich dabei der Vortrag von Stefan Höltgen (Bonn) über »Vampire, Zombies, Mumien und andere Sex-Monster« an. Der filmwissenschaftliche Grenzgänger aus Leidenschaft nimmt darin mit auf eine (durch Filmausschnitte reich bebilderte) Reise durch eine parallele Filmgeschichte – und wer danach noch nicht genug hat, der taucht für 90 Minuten ab ins grelle Trashuniversum von »Edward Penishands«! Spaß garantiert! Das Spektrum des Themenschwerpunktes umfasst weiterhin mit »Forced Entry« (eine echte Wiederentdeckung und ein Geheimtip des Festivals!) und »A Gun For Jennifer« gleich zwei Beispiele des vielleicht umstrittensten und am deutlichsten sexuell aufgeladenen unter den Subgenres des Splatterfilms – des Rape-&-Revenge-Films –, die ihre düsteren Fabeln von Gewalt und Gegengewalt durch die Augen von Täter bzw. Opfer erzählen. Misogynie oder Radikalfeminismus? Entscheidet selbst…

Ganz buchstäblich treffen Sex und Horror in Gestalt der Filmemacher Pierre Woodman und Brian Yuzna in einer langen, so aufschlussreichen wie unterhaltsamen Nacht in Prag aufeinander: »Durch die Nacht mit … Pierre Woodman & Brian Yuzna«. Schließlich runden zwei sehr unterschiedliche Variationen auf das Subgenre des Vampirpornos das Special ab: Während Matthew Salibas hochästhetische Hommage an Jess Francos Klassiker »Vampyros Lesbos« lediglich 20 Minuten und eine Reihe von Standbildern benötigt, um seine blutige Mär zu erzählen, holt der letztjährige Gewinner unseres Wettbewerbs, der New Yorker Porno-Auteur Joe Gallant, weiter aus und präsentiert mit »Hell’s Kitten. A Vampire Supermodel Love Story« einen fiebrigen Ritt durch eine urbane Höllenvision. Während also draußen der Winter naht, färben sich unsere Leinwände blutrot – und nehmen das Publikum mit auf eine Reihe intensiver Trips… die Nächte werden lang und wild!

Pressemitteilung vom 6.10.2008

Posted in pressemitteilung, spectrum asia by assistant2008 on October 6, 2008

PRESSEMITTEILUNG vom 06.10.2008

3. Pornfilmfestival Berlin 2008

22.-26.10 2008

in den Kinos Moviemento, Eiszeit & Xenon

Spectrum Asia

Grell, wild, absurd, philosophisch, lustig, bunt, obskur, gewaltsam, profund, düster, nihilistisch, poppig, abgefahren – die ästhetische Vielfalt des asiatischen Sexfilms ist schier unerschöpflich und überragt die im Vergleich nicht selten so starr erscheinenden Formen des westlichen Pornofilms oftmals um ein Vielfaches. Diesem riesigen, hierzulande nahezu unsichtbaren kreativen Potenzial trägt in diesem Jahr auch das 3. PornfilmfestivalBerlin 2008 mit einem Themenschwerpunkt Rechnung, der unterschiedlichste Ansätze der filmischen Auseinandersetzung mit Sexualität in großen Filmnationen wie Japan oder Hongkong oder aufstrebenden Nationalkinematographien wie jener Singapurs oder der Philippinen zusammenfasst.

Den Anfang macht ein Überblick über die kreative Vielfalt des pinku eiga, des unabhängigen japanischen Sexfilms. Seine kreative Energie gewinnt dieser aus einer relativ offenen Form heraus, die insbesondere jungen, experimentierfreudigen Filmschaffenden stilistisch wie inhaltlich nahezu unbegrenzte Möglichkeiten bietet. (Was, am Rande bemerkt, dazu führt, dass nicht wenige der interessantesten Kreativen des japanischen Gegenwartskinos ihre ersten Schritte mit billig produzierten, aber oftmals überbordend innovativen Pink-Filmen getan haben.) Eine kenntnisreiche Einführung in die Entwicklung und die Geschichte des japanischen Sexfilms bietet zunächst der Mainzer Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger in seinem Vortrag »Pinku eiga, Roman porno & Ero guro. Anmerkungen zum Japanischen Sexfilm«, bevor das Filmprogramm selbst in vier ausgewählten Filmen unterschiedlichste Ansätze des japanischen Sexfilms zusammenführt. Dabei sind hierzulande zum Teil unveröffentlichte Werke etablierter Filmemacher wie SONO Sion, ZEZE Takahisa oder IMAOKA Shinji zu sehen.

Ergänzt wird unsere Auswahl außergewöhnlicher japanischer Genrebeiträge durch einen unterschätzten Klassiker des Hongkonger Exploitation-Kinos der 90er Jahre (Ivan Lai Kai-Mings »Daughter Of Darkness«), Loo Zihans und Kan Lumes elegisches Drama »Solos« (Singapur), sowie ein ausgesuchtes Spektrum faszinierender Kurzfilme von Filmemacherinnen und Filmemachern aus Japan, Singapur, Hongkong und den Philippinen.

… und wer nach diesem Panorama höchst unterschiedlicher Filme, die vor allem durch ihre ästhetische wie inhaltliche Faszinationskraft verbunden sind, noch nicht genug hat, findet beim Stöbern durch das Programm des 3. PornfilmfestivalBerlin’s, etwa im innovativ-frechen chinesischen Abschlussfilm »Mu Zi Mei« oder im zutiefst unheimlichen philippinischen Low-Budget-Lesbenhorrorstreifen »Three Days Of Darkness«, noch weitere Belege für die unerschöpfliche Kreativität des asiatischen Sexfilms!

Ansichts-DVDs der folgenden Filme können zu Rezensionszwecken angefordert werden:

The Bad Luck Betties (Eröffnungsfilm)

Mu Zi Mei (Abschlussfilm)

Feeling It! (Petra Joy)

Japan Japan (experimenteller Spielfilm / Israel)

George Bataille’s Story Of The Eye (experimenteller Spielfilm)

SMS Sugar Man (Spielfilm)

Nina (Dokumentarfilm)

Larry Flynt: The Right To Be Left Alone (Dokumentarfilm)

Uncle’s Paradise (Spectrum Asia)

Eine Auswahl von Photos kann via office@pornfilmfestivalberlin.de angefordert werden.